2018/10/15

LEICA ARTIST TALK
Andreas Mühe im Gespräch mit Anatol Kotte

Montag, 15. Oktober 2018 | 18 Uhr | CAPITIS Studios / Berlin

ANDREAS MÜHE wurde 1979 in Karl-Marx-Stadt geboren. Seit 2001 lebt und arbeitet der Künstler als freischaffender Fotograf in Berlin. Mühes ästhetische Wahrnehmung ist von der Welt des Theaters, der Inszenierung und der Verwandlung geprägt. Seine Werke beschäftigen sich mit Stimmungsklischees der Deutschen, Überhöhungen, Inszenierungen und Brechungen des Machtvollen. Er unterwandert seine Bilder, stürzt Bedeutungen und zerstört Erwartungen. Bestehende soziale Ordnungen werden von ihm neu arrangiert, Hierarchien bagatellisiert und Autoritäten um- bzw. weggedreht. Seine Tätigkeit findet im Verborgenen statt, denn er untergräbt Bedeutungen, verändert ihren Sinn und wechselt in den Perspektiven. Offene und versteckte Propaganda münzt er um, ordnet Gruppen in ungewohnten Formationen. Diversion ist sein Geschäft und in Subordination ist er geübt. Er beherrscht die Sprache der Macht und der Mächtigen und führt sie in seinen Bilderwelten vor, indem er sich ihrer perfektionierten Ideologie bedient. Zwischen der Mauerschau, einem Begriff aus dem Theater, bei der Schauspieler Dinge beschreiben, die sie angeblich sehen und die sie in die Lage versetzen, gleichzeitig ablaufende Ereignisse auch zugleich zu behandeln, und dem sogenannten Botenbericht, der vergangene Vorgänge in die Gegenwart holt, wechselt er mühelos.

Sein Ziel ist, die Macht der Bilder im Auge des Betrachters zu zerstören.

Andreas Mühe hat in den unterschiedlichsten Magazinen und Zeitungen seine Porträts von Darstellern, Musikern, Schauspielern und Künstlern veröffentlicht. Seine Arbeiten werden in zahlreichen Galerien sowie musealen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt u.a. in der Kunsthalle Rostock, im Düsseldorfer NRW Forum, im Martin-Gropius- Bau Berlin, Benaki Museum, Athen, den Deichtorhallen Hamburg, der König Galerie Berlin und dem Red Brick Art Museum Beijing.

Foto: Andreas Mühe © Stefan Heinrichs

ANATOL KOTTE wurde in Minden Westfalen als Sohn eines Grafikers und einer Schneiderin geboren. 1981 begann er seine Arbeit als Fotoassistent bei den Werbefotografen Horst Wackerbarth, Reinhardt Wolf, Chuck Ealovega und Michael Erhart. In dieser Zeit entwickelte Kotte seine Leidenschaft für Porträts, die sich bis heute durch sein Werk zieht. Sein Interesse für die unmittelbare Darstellung von Menschen findet sich zunächst in Arbeiten für Magazine (unter anderem Tempo und Wiener) wieder. Vor allem nach seinem Schritt in die Selbstständigkeit 1988 arbeiteten bei ihm Fotografen als Assistenten – so auch Andreas Mühe. Seit 1990 kamen zur künstlerischen Arbeit Werbeaufträge hinzu – unter anderem für Michael Schirner, die vom Art Directors Club ausgezeichnet wurden. Neben seiner künstlerischen Arbeit war Kotte 1991 Gastdozent an der Hochschule für Kommunikationsdesign Merz Akademie Stuttgart mit der Projektarbeit "Das ambulante Portraitstudio". 1993 fand Kottes erste Einzelausstellung in der PPS Galerie in Hamburg statt. Es folgten weitere Ausstellungen – auch unter der Schirmherrschaft von F.C.Gundlach. Parallel konzentriert sich der Fotograf weiter auf Porträts von Politikern, Schauspielern und Persönlichkeiten, von Angela Merkel über Rihanna bis zu Jeff Goldblum. Seine Porträts wurden international und national in Magazinen und Zeitungen veröffentlicht. 2015 erschien sein erster Porträtband "Iconication". Anatol Kotte lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin.

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